Die Hasel - Allerweltsstrauch mit ungeahnten Vorzügen

Aktualisiert: Feb 14




Jeder kennt sie, die goldgelben Blütenstände, die nun vielerorts an den Haselsträuchern hängen. Als eine der ersten Frühlingsboten kündigen sie mit ihren zart duftenden Blüten den Vorfrühling an.

Es ist ja nicht unbedingt selbstverständlich, dass ein Strauch so einen Bekanntheitsgrad genießt wie die Hasel. Woher kommt das eigentlich? Sind es Kindheitserinnerungen oder Überlieferungen, sind es Erzählungen, die man hier und da im Laufe des Lebens so aufschnappt?

Aufgrund von fossilen Blattabdrücken weiß man, dass die Hasel ein sehr altes Gewächs ist. Bereits vor Jahrmillionen, im Tertiär, existierten sehr ähnliche Haselformen. Zur Nacheiszeit war sie in ganz Europa weit verbreitet. Gräber aus der Jungsteinzeit deuten darauf hin, dass die Menschen damals schon die Früchte, die Haselnuss, verzehrt hatten.

Auch heute findet man die Hasel immer noch häufig in Gärten, Parks oder an Waldrändern. Der bis ungefähr 5 Meter hohe raschwüchsige und sehr zähe Strauch kann ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen und erfreut uns jedes Jahr aufs Neue mit seinen leuchtend gelben Blüten. Die Hasel gehört zu den Birkengewächsen und bildet wie alle dieser Familie im zeitigen Frühling hängende Kätzchen aus. Zu dieser Familie gehört neben der Birke auch die Hainbuche und die Erle. Allen gemeinsam sind die sogenannten Kätzchen im Frühling. An ihnen lässt sich die Zugehörigkeit dieser gemeinsamen Familie zumindest im Frühling sehr gut erkennen. Die Birkengewächse, so auch unsere Hasel, sind „monözische“ Pflanzen, dass heißt sie sind getrenntgeschlechtlich und verfügen über sowohl männliche als auch weibliche Blüten.

Was heißt das nun konkret? Nun, die leuchtend gelben Blütenstände der Hasel sind die männlichen Blüten und sind, bevor die Blätter austreiben, eine wichtige Nahrung für die ersten Honigbienen. Nur diese werden nämlich von den Honigbienen angeflogen. Die weiblichen Blüten duften weder noch verführen sie mit Nektar und werden deshalb schlichtweg links liegen gelassen.


Dennoch, die weibliche Blüte der Hasel ist zwar sehr unscheinbar, bei näherer Betrachtung aber ausgesprochen hübsch. Sie ähneln einer Knospe, aus der grazile rote Blütenfäden herausragen. Diese Knospen sitzen oberhalb der männlichen Kätzchen. Schon bei etwas Wind entlassen die männlichen Kätzchen im Februar gelbe Wolken aus Blütenstaub mit dem einzigen Ziel, die weiblichen Haselblüten in der ganzen Umgebung zu befruchten.

Interessant: Die Windbestäubung ist die ursprüngliche Art der Bestäubung. Erst im Laufe der Evolution erlangten die Insekten an Bedeutung als Bestäuber von Blütenpflanzen.

Ungehindert davon erfreuen sich Bienen und Insekten an den verlockenden Blütenständen, sehr begehrt sind sie auch bei den Wildvögeln, die später im Jahr kopfüber an den Kätzchen hängen und die Samen herauspicken.

Tiere und Vögel haben es im Herbst auf die reifen Haselnüsse abgesehen. Für Kleinsäuger wie Eichhörnchen, Bilche oder Mäuse aber auch Vögel wie den Eichelhäher oder Kleiber sind die fetthaltigen Nüsse in der kalten Jahreszeit ein sehr wichtiger Energielieferant.

Durch deren Vorratshaltung und durch vergessene Nahrungsverstecke sorgen sie wiederum gleichzeitig für die Ausbreitung der Samen.

Fazit: Die Hasel bietet eine perfekte Rundumversorgung für die Natur und den Menschen. Wer einen Garten besitzt, sollte sich also unbedingt einen Haselstrauch zulegen.



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