Unsere Bäume schlagen Alarm

Aktualisiert: 1. Sept.


In Frankfurt am Main, der „European City of Trees“ wachsen 164.000 Bäume. Viele sind durch Hitze, Trockenheit, Salz oder Schadstoffe geschädigt. Die Klimaerwärmung macht den Frankfurter Bäumen zunehmend zu schaffen.


Jedes Jahr sterben immer mehr Bäume in den Parks und entlang der Verkehrsflächen. Die steigende Trockenheit, Schädlingsbefall und hohe Salzkonzentration im Boden sind einige der Stressfaktoren, die den Bäumen zu Leibe rücken.


Dr. Thomas Berberich, Senckenberg-Wissenschaftler und Mitgründer des Start-Ups ‚Phytoprove Pflanzenanalytik‘ und sein Kollege Dipl. Biol. Daniel Weber nutzen hier eine bislang überwiegend in der Forschung verwendete Methode, die misst, wie gut die Blätter eines Baumes in der Lage sind, das Sonnenlicht zu nutzen. Man erhält so einen genauen Einblick über den Gesundheitszustand eines Baumes und auf ihn einwirkende Stressfaktoren – und zwar deutlich bevor durch Stress verursachte Schäden äußerlich sichtbar werden.





Das CitizenScience-Projekt 'MainStadtbaum'


In Kooperation von Senckenberg, der Senckenberg-Ausgründung Phytoprove und der Stadt Frankfurt wurde 2020 das Projekt 'MainStadtbaum' ins Leben gerufen, ein Monitoring der Wasserversorgung und des Gesundheitszustands junger Stadtbäume.


Das MainStadtbaum-Team besteht aus Dr. Thomas Berberich (Wissenschaftler, Leiter des SBiK-F-Laborzentrums), Dr. Julia Krohmer (Stellv. Leiterin Stab Wissenschaftskoordination, Frankfurt/M.) sowie Daniel Weber (Wissenschaftler, CEO Phytoprove Pflanzenanalytik), nicht zu vergessen aus den vielen engagierten BürgerInnen, die das Monitoring durchführen.


Auch Silke Frank setzt sich für die Frankfurter Bäume ein. Mit dem Messgerät vor Ort misst sie zweimal im Monat den Zustand einer Anzahl von Lindenbäumen.

"Immer wieder bleiben Interessierte neugierig stehen und fragen, was wir hier denn machen. Dann entwickelt sich oft ein sehr interessantes Gespräch", sagt Silke erfreut.

"Es kam aber auch schon mal vor, dass alle Klammern von den Blättern entfernt wurden. Wir fanden sie dann fein säuberlich neben dem Baum liegen."

Noch problematischer gestaltet sich das Monitoring, wenn die Stadt unerwartet die unteren Äste der zu messenden Bäume absägen ließ. Dann heißt es improvisieren. Eine hohe Leiter muss nun für jede Messung eigens aus einem der umliegenden Geschäfte ausgeborgt werden.




In Frankfurt werden Bäume in einem vorgegebenen Zeitfenster an unterschiedlichen Standorten gemessen. Aktuell sind es über 240 Bäume, verteilt auf das ganze Stadtgebiet.

Ziel des Projekts ist es herauszufinden, an welchen Standorten und welche Baumarten am stärksten betroffen sind, um so zu ermitteln, zu welchem Zeitpunkt wie eingegriffen werden kann, um irreparable Schäden zu vermeiden.

Untersucht wird auch, welche Baumarten in Zukunft geeignet sein könnten, um mit den wachsenden Belastungen besser zurecht zu kommen.


In einer Großstadt wie Frankfurt am Main ist das ein immer wichtigeres Thema. Denn Bäume kühlen Städte wie natürliche Klimaanlagen. Und wer sehnt sich schließlich bei diesen steigenden Temperaturen nicht nach mehr Kühlung?





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