Rotkehlchen: Frühaufsteher, Gesangstalent, Unerschrocken, Beliebt!

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Das Rotkehlchen ist Teil unseres WildnisBotin-Logos und damit auch sozusagen unser "Wappentier". Deshalb wird es nun dringend Zeit, diesem sehr beliebten Vogel einen Artikel zu widmen.


Ursprünglich ein Vogel des dichten Unterholzes im Wald hat sich das Rotkehlchen, wie viele andere Vögel, in den letzten 100 Jahren immer näher an den Menschen herangewagt. Es ist bei uns der sechsthäufigste Brutvogel. Man schätzt den Bestand in Deutschland auf 3-6 Millionen Exemplare (es gibt klimabedingt starke jährliche Bestandsschwankungen).


Das zierliche Vögelchen mit der orangeroten Vorderseite und den großen schwarzen Knopfaugen ist ungemein beliebt - was sich auch in den mehr als 60 Namen allein für den deutschsprachigen Raum ausdrückt. Die Namen reichen von Rotilo über Gelbbauch bis Waldrötlein. Zur Beliebtheit trägt sicherlich entscheidend seine Unerschrockenheit bei. Die Fluchtdistanz liegt oft nur bei einem halben Meter. Mit ein wenig Geduld bringt man den Vogel auch dazu, Futter aus der Hand anzunehmen. Dies rührt daher, dass Rotkehlchen Menschen als "große Tiere" betrachten, die für sie Insekten und ähnliches aufscheuchen, wenn sie sich bewegen. Nähe ist also nützlich. Verhaltensforscher meinen, dass dies den jungen Rotkehlchen schon von den Elterntieren beigebracht wird.


Das Rotkehlchen ist in Mitteleuropa der einzige Vogel, der ganzjährig singt - auch an kalten und trüben Wintertagen. Sein Gesang ist perlend und leicht melancholisch. Es beherrscht bis zu 275 Variationen seines Gesangs und kann auch gut andere Vögel imitieren. Der Gesang ist nicht nur ganzjährig, sondern auch sehr lange am Tag zu hören. Rotkehlchen lassen ihre Lieder schon eine Stunde vor Sonnenaufgang erschallen und sind bis eine Stunde nach Sonnenuntergang zu hören. Durch ihre relativ großen, lichtempfindlichen Augen sind sie für Aktivitäten in der Dämmerung gut ausgestattet. Insbesondere in der Stadt singen Rotkehlchen auch manchmal mitten in der Nacht - vielleicht auch, weil es dann ruhiger ist und sie nicht so laut singen müssen, um sich Gehör zu verschaffen.


Rotkehlchen lieben das Wasser, man hat einige sogar schon beim jagen im flachen Uferbereich von Gewässern gesehen. Sie baden täglich ausgiebig, was im Winter auch zu vereistem Gefieder führen kann (wodurch sie dann zu leichter Beute für Fressfeinde werden können). Für die Gefiederpflege setzen sie auch Ameisen ein. Beim sogenannten "Einemsen" werden Ameisen mit den Schnabel gefasst. Die Insekten verspritzen ein Sekret zur Abwehr. Das Rotkehlchen wischt mit der Ameise über sein Gefieder und bekämpft mithilfe des Sekrets darin vorhandene Parasiten. Eine zweite Form diese Einemsens besteht darin sich mit ausgebreiteten Flügeln direkt auf einen Ameisenhaufen zu setzen - die Ameisen also unfreiwillige Helfer im Wellnessprogramm für Vögel, könnte man sagen.


Bei Kelten und Germanen galt das Rotkehlchen als heiliger Glücksbringer. Seine rote Farbe wurde dem rotbärtigen Gott Thor/Donar (Wettergott, Beherrscher von Donner und Blitz) zugeordnet. Wo es nistete, glaubten die Menschen, dass Thor/Donar Haus und Hof hüte. Es wurde als großer Frevel betrachtet, das Nest eines Rotkehlchens zu zerstören. Man glaubte, dass ein Rotkehlchen-Nest in der Nähe des Hauses Frieden bringe und Ehepaare dort in Glück und Eintracht leben.


Wer diesen hübschen Glücksbringer mit dem schönen Gesang in seinen Garten locken möchte, muss übrigens nicht viel dafür tun. Im Gegenteil, weniger tun ist mehr! Keine giftigen Pflanzenschutzmittel einsetzen, ein wenig Chaos und Unordnung, ein paar aufgehäufte Zweige, einige undurchdringliche Gebüsche und im Winter den Garten einfach so lassen, wie die Natur ihn haben will. Das reicht, um dem Rotkehlchen das Leben leicht zu machen und uns damit die Möglichkeit zu schaffen, uns am Gesang und dem Wesen dieses zutraulichen kleinen Vogels zu erfreuen.

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