Der fliegende Edelstein

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Unberechenbar ist er. Man kann stundenlang auf ihn hoffen, und er lässt sich einfach nicht blicken. Und dann flitzt er urplötzlich vorbei, ein blau schillernder Pfeil in einem irren Tempo, gerade wenn man es aufgeben wollte zu warten, zielsicher den Biegungen des Altarms folgend und verschwindet ebenso schnell wie er erschienen war.

Wie oft habe ich ihn gesucht, kilometerlang die Niddaböschung entlang verfolgt, mich durch unwegsames Gestrüpp geschlagen oder stundenlang auf Brücken positioniert. Nichts. Das ist so wie mit dem Glück: es trifft einen mit voller Breitseite, genau dann wenn man es überhaupt nicht erwartet.

Tiht...tiht... ein scharfer hoher Ruf ertönte und wurde rasch immer lauter. Wie angewurzelt blieb ich stehen und realisierte sofort: Eisvogel im Anflug. Fast im gleichen Moment sauste ein leuchtend türkisblauer Blitz schnurgerade über das Wasser, bremste abrupt ab und setzte sich unweit von mir auf einen dünnen Ast direkt am Ufer. Ich hielt die Luft an. Bloß jetzt keine falsche Bewegung. Kein Rascheln, kein Knistern, kein Anruf auf meinem Handy (hatte ich es überhaupt auf lautlos gestellt?) und bitte jetzt auch kein frühmorgendlicher Spaziergänger mit Hund.


Unglaublich. Da saß er plötzlich, gänzlich ungeniert, fast neben mir, ich hätte zu ihm hingehen können, zwei drei Schritte, ein Satz und ich hätte ihn mir geschnappt. Naja, zumindest mit der Kamera. Aber klar, auch ein Eisvogel besteht auf eine gebührende Fluchtdistanz. Einen kleinen Schritt zu nah und er ist sofort weg.

Im Zeitlupentempo löste ich so behutsam es irgend ging den Deckel vom Objektiv meiner Kamera. Bleib sitzen, bleib noch sitzen, ich beachte dich auch überhaupt nicht, will nur ein einziges Foto machen. Kamera ganz langsam gezückt und „klick“. Weg war er. Tiht...tiht... flitzte er wieder munter in Richtung Altarm und stach irgendwo in die Uferböschung an der anderen Seite der Nidda hinein, als würde er ins Wasser eintauchen. Bestimmt hatte er sich wieder auf einem Ast niedergelassen. Doch ich konnte ihn nicht mehr entdecken.

So ein frostig glasklarer Morgen scheint einfach nur gemacht für einen türkis schillernden Eisvogel wie diesen. Über Nacht hatte Raureif das Ufer der Nidda in eine weiß gezuckerte Landschaft verwandelt, Büsche und Gräser waren überall mit feinem Puder eingestäubt. Von hauchzarten Kristallen überzogen funkelte die wilde Karde im Morgenlicht. Was für eine gigantische Kulisse für eine Begegnung, in der die Zeit für einen Moment zum Stillstand kommt.

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